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Geschichte des Schlosses


Der Spaziergang durch den Park mit den monumentalen Skulpturen ermöglicht es dem Besucher gleichzeitig, die beiden ältesten Fassaden des Schlossgebäudes zu bewundern.

Sie blicken schon seit mehr als 4oo Jahren auf die umliegenden Wälder und Jagdgründe, die sich früher bis zum 15 Kilometer entfernten Saint-Léon und damit in die ersten Berge der Auvergne erstreckten.

Der Bau dieses für die „Sologne Bourbonnaise“ typischen Gebäudes, wird um 1580 datiert. Es ist aber wahrscheinlich, dass die Türme und auch ein Teil des archaischen Hauptgebäudes nach einem späteren Brand nochmal erneuert wurden. Der Name des Schlosses „Fougis“ wurde wahrscheinlich von „Fougères“ ableiten, zu Deutsch „Farne“.

Der erste Herr im "Gut" Fougis war 100 Jahre zuvor sehr wahrscheinlich Hugonin le Long, Hauptvorsteher der Jagd des Herzogs Pierre II von Bourbon. Seine beiden Söhne waren Kapitäne der königlichen Armeen, wobei derjenige von beiden, welcher in Lyon stationiert war, „Les Fougis“ erbte.

Man findet die Wappen der wohlhabenden Familie le Long auch noch 40 km westlich in der Region von Louchy-Montfand (Serre) sowie in Neuilly-en-Donjon 30 Km östlich. Der Legende nach kam sogar Heinrich IV, der erste König der Bourbonen am Anfang des siebzehnten Jahrhunderts in den Wäldern von Les Fougis zur Jagd…

Es ist jedenfalls die regionale Tradition der Jagd, in deren Rahmen das von alten Eichen umgebene Schloss sich erhielt.

Nach der Revolution entkam auch dieses Gebäude nicht ganz dem Vandalismus und Diebstahl der Rächer aus dem Volke, obwohl die gemeißelten Verzierungen im Schloss viel eher Natur und Kunst und ihrem Bildhauer selbst huldigten, als dem König und seiner gottähnlichen Macht.

Die Familie Clayeux unternahm zu Beginn des letzten Jahrhunderts einige spektakuläre Veränderungen am Schloss Les Fougis, wie z.B. der Bau zahlreicher großer Dachgauben. Außerdem wurden die Fassaden zum Innenhof teilweise aufgerissen und mit Galerien und Kolonnaden im italienischen Stil verziert.

Im Innern des Gebäudes baute der Großvater des letzen Besitzers der Familie Clayeux, übrigens das jüngste von dreizehn Kindern, auch Holzvertäfelungen und andere Dekorationen in Anlehnung an majestätische Modelle wie Chambord oder den Dogenpalast ein.

Seine Taten als Baumeister beschränkten sich aber nicht nur auf das Schloss. Man hat ihm auch die Kirche des Dorfes Thionne zu verdanken, deren Fenster noch heute von seiner Frömmigkeit zeugen. Ansonsten tat er sich unter anderem auch mit der Züchtung einer neuer Rasse von Jagdhunden hervor.

Die dramatischen politischen und sozialen Veränderungen, die der zweite Weltkrieg mit sich brachte, erlaubten es der Familie Clayeux nicht mehr, denselben Lebensstil zu führen.

Die gewaltigen Wälder, die zum Schloss gehörten, wurden nach und nach verkauft. Das große Besitz mußte infolge der Erbschaften versteuert und damit auch immer weiter zerteilt werden.

Im Jahr 2000 erwirbt der Künstler Erich Engelbrecht der wunderbare Schloss, das bereits seit mehreren Jahren zum Verkauf steht, um im Mittelpunkt des verbliebenen Grundstücks von 130 Hektar eine einzigartige Ausstellung von monumentalen Skulpturen zu errichten. Sie erlaubt einen großen Rückblick auf die lebenslange künstlerische Arbeit des 72Jährigen.

Die Vermählung zwischen zwei so gegensätzlichen originalen Werken, die jedoch beide zu den schönen Künsten zählen - moderne Skulptur und die Architektur der Renaissance - ist eine Herausforderung mehr auf dem Werdegang ihres Erfinders.

Aus dieser Vereinigung entstand ein Ort, welcher sicherlich einzigartig in der Welt ist, und welcher mit großer Macht ... auch die Magie der menschlichen Individualität feiert.



C.J.

Nicht lange nach der französischen Revolution konnte die alte und in der Region sehr mächtige Familie Clayeux den Besitz erwerben. Die Nachkommen bewohnten das Schloss noch 200 Jahre später und erwarben bald darauf auch das prächtige Nachbarschloss „Les Gouttes“ (Nach telefonischer Anmeldung sind ebenfalls Besichtigungen möglich).